Nachrangdarlehen als Kapitalanlage – Fluch oder Segen?

Veröffentlicht am 16.02.2017

Nachrangige Darlehen – Renditegarant oder hoch riskante Kapitalanlagen?

Nachrangdarlehen: Anlegern dürfte die Autark Vertrieb- und Beteiligung GmbH bekannt sein. Die „Autark Vertrieb- und Beteiligung GmbH“ wurde mit der „Autark Invest AG“ verschmolzen. Beide Firmen gehören zur Autark-Gruppe. Unter anderem wurden bis 31.12.2015 Nachrangdarlehen als Kapitalanlage angeboten. Aber was sind sogenannte Nachrangdarlehen oder nachrangige Darlehen?

Nachrangige Darlehen locken Anleger oft mit Renditen von teilweise zwischen 7,5 und 8 Prozent. Eine hohe Rendite kann aber nicht ohne einem erhöhte bzw. sehr hohem Risiko erwirtschaftet werden.

Bei nachrangigen oder nachfolgenden Darlehen geben die Anleger dem Unternehmen ihr Kapital durch ein Darlehen. Zwischen dem Anleger und dem Unternehmen wird ein Darlehensvertrag geschlossen. Anders als bei sog. unternehmerischen Beteiligungen wird der Anleger aber nicht Mitgesellschafter. Er bleibt Darlehensgeber. Im Rahmen des Darlehensvertrages zwischen dem Unternehmen und dem Anleger wird dann oft eine sog. Nachrangklausel vereinbart. Die Klausel regelt die Rangfolge der Bezahlung der Forderungen im Fall der Insolvenz. D.h., welche Forderung der Anleger in welcher Reihenfolge im Fall der Insolvenz bezahlt werden. Es gibt die einfache Nachrangklausel. Und es gibt es die qualifizierte Nachrangklausel. Die qualifizierte Klausel greift schon im Vorfeld einer eventuellen Insolvenz. Nach einer solchen Klausel kann der Anleger seine Forderung unter Umständen nicht geltend machen.

Zum Beispiel:

Ist die finanzielle Situation der Firma angespannt, würde die Rückzahlung der Kredite das Unternehmen gefährden. Die Rückzahlungen der Kredite würden also die Zahlungsmöglichkeiten derart verschlechtern, dass eine Insolvenz droht. In einem solchen Fall müssten die Darlehen nicht sofort zurück gezahlt werden.

Unabhängig davon gilt Folgendes:

Egal, welche Klausel vereinbart wurden. Der Anleger geht immer ein hohes Risiko ein. Er ist zwar aufgrund dieser Klausel wie ein Unternehmer vom Bestand, insb. der Zahlungsfähigkeit des Unternehmens abhängig. Der Anleger hat jedoch keinen Einfluss auf die Geschäftstätigkeit. Er hat keine dem Gesellschaftsrecht entspringende Rechte.

Vor diesem Hintergrund sollten Anleger von nachrangigen Darlehen prüfen lassen, ob sie durchdacht und zweckmäßig aufgeklärt wurden.  Der BGH hat entspr. Grundsätze aufgestellt. Stichpunkt: anleger- und anlagegerechte Beratung. Wichtig ist, inwieweit die Anleger auf bestehende Risiken hingewiesen wurden. Wenn der Anleger nicht über das bestehende Totalverlustrisiko bzw. über sonstige Risiken aufgeklärt wurde, steht ihm ein Anspruch auf Ersatz des Schadens zu. Auch bei Zahlung der Investitionssumme in Raten sollte geprüft werden, inwieweit diese Verpflichtungen tatsächlich bestehen. Eine fehlerhafter Anlageberatung führt zu Schadensersatzansprüchen..

In Betracht kommen Schadensersatzansprüche gegenüber den Beteiligten.  Insbesondere ggü. dem Anlageberater bzw. -vermittler. Einen Anspruch auf Ersatz des Schadens kann der Anleger auch ggü. den Verantwortlichen des Prospekts haben.

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